Ich trank einmal den roten Wein Und schlief dabei recht feste ein Da dünkt ein Traum mir ins Gemüte Gleich einer Phantasienblüte:
Ein Knab’, so schüchtern wie ein Halm Gutherzig wie in einem Psalm Schritt hin zu einer Audienz Mit seiner strengen Exzellenz
Er rief: „Ich fleh’ und bitte Sie„, Und fiel demütig auf die Knie, „Befreien Sie Andy von dem Drang Zu Dichtkunst, Pinsel und Gesang
Das ist zuviel für dieses All Zuviel Vision und zuviel Schall Mit Sorgenfalten auf der Stirn Schmerzt mich mein Ohr, Aug’, Leib und Hirn„
Es sprach darauf die Obrigkeit: „Was Andy tat, das geht zu weit Nie wieder soll er tun noch sprechen, Sonst muss er hohe Strafe zechen„
Da wacht’ ich auf von meinem Traum Ich glaubte meinem Glücke kaum Ich war so froh, dass ich erwacht, Dass bloß der Wein die Mär erdacht
Ich setzt’ mich hin an den Katheder Mit schwarzer Tinte und mit Feder Und so sprichwörtlich wie der Wind Verfasst ich dies Gedicht geschwind
Die Kunst ist mir ein Herzgebot Die Kunst ist mir mein täglich’ Brot Ich mag das Singen, Malen, Schreiben So wird es auch noch lange bleiben
Und kommt einmal das bittre Ende (ich höre so viel von der Wende) So stehe ich vor meinem Gott Und sage ihm: „Nun bin ich tot„
Und geh’ mit Gott dann auf ein Bier Um fortzufahren: „Ich danke Dir Für was da piepst und was da bellt Und was da kriecht auf dieser Welt
Reich’ mir zur Freude Deine Hand Ich nehme Dich ins Andyland Dort gibt’s kein Prusten und kein Wurrln Weder Flamingos noch ein Murren
Gib Deinen Segen, Deine Gunst Für einen Ort der ew’gen Kunst Der Schönheit g’hört ein eigener Platz Der Himmel ist da kein Ersatz„
Der Traum ein Leben, das Leben ein Traum Die Kunst bietet für Alles Raum Ich hoff’, ich fall nicht aus dem Rahmen Und sag’ zum Abschluss leise „Amen„
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