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 GEDICHTE
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DER TRAUM VON EINER KUNSTVOLLEN WELT
 

Ich trank einmal den roten Wein
Und schlief dabei recht feste ein
Da dünkt ein Traum mir ins Gemüte
Gleich einer Phantasienblüte:

Ein Knab’, so schüchtern wie ein Halm
Gutherzig wie in einem Psalm
Schritt hin zu einer Audienz
Mit seiner strengen Exzellenz

Er rief: „Ich fleh’ und bitte Sie„,
Und fiel demütig auf die Knie,
„Befreien Sie Andy von dem Drang
Zu Dichtkunst, Pinsel und Gesang

Das ist zuviel für dieses All
Zuviel Vision und zuviel Schall
Mit Sorgenfalten auf der Stirn
Schmerzt mich mein Ohr, Aug’, Leib und Hirn„

Es sprach darauf die Obrigkeit:
„Was Andy tat, das geht zu weit
Nie wieder soll er tun noch sprechen,
Sonst muss er hohe Strafe zechen„

Da wacht’ ich auf von meinem Traum
Ich glaubte meinem Glücke kaum
Ich war so froh, dass ich erwacht,
Dass bloß der Wein die Mär erdacht

Ich setzt’ mich hin an den Katheder
Mit schwarzer Tinte und mit Feder
Und so sprichwörtlich wie der Wind
Verfasst ich dies Gedicht geschwind

Die Kunst ist mir ein Herzgebot
Die Kunst ist mir mein täglich’ Brot
Ich mag das Singen, Malen, Schreiben
So wird es auch noch lange bleiben

Und kommt einmal das bittre Ende
(ich höre so viel von der Wende)
So stehe ich vor meinem Gott
Und sage ihm: „Nun bin ich tot„

Und geh’ mit Gott dann auf ein Bier
Um fortzufahren: „Ich danke Dir
Für was da piepst und was da bellt
Und was da kriecht auf dieser Welt

Reich’ mir zur Freude Deine Hand
Ich nehme Dich ins Andyland
Dort gibt’s kein Prusten und kein Wurrln
Weder Flamingos noch ein Murren

Gib Deinen Segen, Deine Gunst
Für einen Ort der ew’gen Kunst
Der Schönheit g’hört ein eigener Platz
Der Himmel ist da kein Ersatz„

Der Traum ein Leben, das Leben ein Traum
Die Kunst bietet für Alles Raum
Ich hoff’, ich fall nicht aus dem Rahmen
Und sag’ zum Abschluss leise „Amen„


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