(Ostersonntag 2002)
Der Frühling kommt, die Sonne scheint, Biene und Blume sind vereint. Wald, Wiese, Weide werden frei, Die Mutter kocht den Kinderbrei.
Die ganze Familie freut sich froh, Nur Vater ist noch im Büro. Er müht sich ab mit all dem Krempel, Er sucht vergebens Stift und Stempel.
Großvater löscht des Kamins Feuer Und sagt: „Des brauch’ ma nimmer heuer“, Tochter Tamina sitzt im Garten, Sie kann den Mai kaum noch erwarten.
Klein-Jürgen spielt in einer Pfütze Und plumps hinein fällt ihm die Mütze, Die Katze Carabou schläft friedlich Beim kleinen Ententeich ganz niedlich.
Unser Herr Amtsrat mittlerweilen Gibt sich viel Müh’ sich zu beeilen. Er tippt zehn Briefe, drei Erlässe, siebzig Bescheide, hundert Pässe, neun Protokolle, achtzig Akten, Und denkt viel nach, sondiert die Fakten. Er gräbt aus dem großen Tresor Das alte Eisenbuch hervor Und schachtelt ein sechs Dokumente Und kaiser-königlich’ Patente.
Er ruft dann an bei der Frau Mutter: Und meint: „Zerschmelz’ noch nicht die Butter, Tu lieber erst den Teig noch kneten – Ich werde mich etwas verspäten“
Die Gattin sagt: „Du bist ein Schatz – Ich schick’ Dir einen großen Schmatz! Bitte besorge noch beim SPAR Den Wein trocken und wunderbar“
Der Frühlingsduft erfüllt das All, Kirschblüten fliegen überall. Natur erwacht in ihrer Pracht, Die Lerche singt, die Sonne lacht.
Und die Moral von der Geschicht’ (Was Leichteres, das gibt es nicht): Der Frühling ist für Alle da, Außer jedoch für Herrn Papa.
|